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Sagen & Legenden
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Es war einmal vor langer, langer Zeit, als der Wind in den Zweigen oft das einzige war, was einen Wanderer störte, der durch die Wälder streifte.
Doch eines Tages wurde die Edylle vom Kaiser gestört,
der sich mit seinem Gefolge im Wald aufhielt, um zu jagen. Der Kaiser jedoch verirrte sich,
aber ein Waldläufer erkannte ihn und brachte ihn zu seinen Mannen zurück.
Der Herrscher war dankbar und bot seinem Retter zur Belohnung ein nicht ganz
ungefährliches Spiel an: Er solle drei Tage auf einem Esel reiten und das Gelände,
das er umreiten würde, solle ihm gehören;
allerdings müsse er pünktlich den Ausgangsort wieder erreichen,
sonst würde er kein Land bekommen und er hätte den Ritt um sonst getan.
Der Reiter kehrte rechtzeitig zum vereinbarten Treffpunkt zurück und da der Kaiser
Wort hielt, schenkte er ihm das umrittene Land, den Namen "Ritt-Esel"
und ein Wappenschild mit dem Kopf des Tieres.
Eine weitere Sage erzählt eine andere Geschichte der Landgewinnung der Riedesels,
in der ein stattlicher Ritter mit Namen Hermann Riedesel von der Brakenburg
am Hofe des Hessischen Landgrafen lebte. Er liebte die schöne Tochter Margarethe
des alten Erbmarschalls von Röhrenfurth aus ganzem Herzen
und seine Gefühle wurden genauso stark erwiedert.
Doch der unbeugsame und stolze Vater wollte die einzige
Erbin seiner Besitztümer nicht als Beute einem leichten Abenteurer überlassen und sei er noch so stattlich. Als Ritter Hermann einmal in einem dichtem, dunklen Wald zur Jagd war, hörte er Hilferufe zwischen den Bäumen unweit vor ihm. Als er sich heranpirschte, um die Situation auszuspähen, fand er den Vater seiner angebeteten von Räubern umtingelt. Rasch zog er sein Schwert und schlug sie grimmig in die Flucht.
Der zitternde Vater jedoch erkannte seinen Retter, der in Rüstung
und Harnisch vor ihm stand, nicht. Zur Rettung seines Lebens versprach er ihm,
einen Wunsch zu erfüllen, solange es für ihn machbar seie.
Der Ritter bat ihn natürlich um die Hand seiner Tochter.
Die Hochzeit fand bald statt und Hermann nannte sich fortan "Riedesel zu Eisenbach."
Als vor langer Zeit einmal der Sohn von Hermann II, genannt Goldenen Ritter,
und seiner Frau Margarethe von der Brust der Amme entwöhnt werden sollte,
stellten sie ein jüngeres Mädchen als Kindermädchen ein.
Doch wie sehr sie sich auch bemühte, das Kind war einfach nicht ruhig zu halten. Eines Tages, als die Eltern des Kleinen verreist waren, war sie sogar so verzweifelt, dass sie ihm die eigene Brust zum stillen gab. Das Kind nahm sie sofort an und
war ruhig. Da das Kind am nächsten Tag wieder nach der Brust schrie,
gab sie ihm wieder die eigene und am darauf folgenden Tag auch.
Dies ging so weiter, bis die Hausherren wieder nach Hause kamen
und das Schauspiel merkten. Entsetzt ließen sie das junge Mädchen
in eine Wand einmauern und seit dem hört man,
wenn man ganz still ist und sein Ohr an die richtige Mauer drückt, ein leises Wimmern.
Es wird noch eine andere Geschichte erzählt.
Sie endet jedoch mit demselben schauerlichen Ergebnis:
Sie erzählt über eine junges Mädchen, welches bezichtigt wurde,
ein Kind auf die Welt gebracht zu haben und um es dann zu ermorden.
Man mauerte sie zur Strafe in eine Mauer ein.
Und seit dem hört man ein grausiges Wimmern, welches sogar den Wind übertönte.
Erst viel zu spät stellte sich heraus, dass sie unschuldig war.
Die Geräusche verstummten erst, als ein tapferer Gutsherr die Wand aufbrechen ließ
und ein Bild der Jungfrau Maria mit dem Kinde fand.
Wenn es Ostern wird im Lehn von der Familie Riedesel ist es dort
meistens noch klirrend kalt. Und in besonders klaren Nächten,
wenn keine Wolke den Abendhimmel bedeckt und der Mond schon aufgegangen ist und man seinen Blick
auf ein Grabgewölbe unter der Kirche in Frischborn richtet,
wird man den Schatten einer Jungfer aus eben diesem heraussteigen sehen.
Da die Riedesel schon seit langem die Kirchenpatrone sind, zieht es die Jungfer
immer wieder nach Eisenbach. So manch einer sah sie schon durch die Menschenleeren
Straßen wandeln, immer in Richtung Hasengipfel.
Und immer verschwand sie in den unbewohnte, untern Schlossteil,
wo man sie klagen, poltern und rascheln hörte.
Früh morgens glitt sie dann wieder zurück unter die Kirche in Frischborn.
Dort wartet sie dann bis zum nächsten Jahr um dann wieder ihre Erlösung zu suchen
und die Menschen in Angst und Schrecken zu versetzen.
Die Riedesels hatten viele Schätze: gutes Essen und Gewürze, aber auch Gold und Silber,
aber manchmal nur unscheinbarer Plunder, wenn man nicht um
seine unnatürlichen Eigenschaften wusste. Wie auch eine kleine Puppe,
die wie Schneewittchen in einem Glaskasten lag. Von ihr behauptete man,
sie habe hellseherische Eigenschaften wie ein Orakel und die Schicksale der
Familienmitglieder seien für sie sichtbar. Verletzte sich jemand,
so zeigte es die Puppe vorher an, sollte jemand sterben, so wurde sie leichenblass.
Noch eine ähnlich düstere Geschichte wurde sich bei Hof erzählt:
Jedes mal, wenn im Saal des Schlosses Zwölf zu Tische saßen und speisten
und tranken kam ein "Dreizehnter" durch eine zugemauerte Tür hinzu und wollte einen
der Anwesenden zum Tode verurteilen. Keiner konnte ihn fassen und
waren sie noch so tollkühn. Er verschwand immer wieder und tauchte immer wieder auf,
wie es ihm beliebte, doch immer nur dann, wenn 12 bei Tische saßen.
Manch einer behauptete gesehen zu haben, dass er einen Klumpfuß gehabt habe.
Schließlich hat man die Tür noch ein zweites mal zugemauert und der "dreizehnte"
ließ sich nicht mehr blicken.
Zu den Zeiten von Rittern und Raubrittern galt ein Neidkopf als einziges Mittel,
um Geister und Gespenster fern zu halten.
Sie sehen einen direkt an der Kernburg von Schloss Eisenbach und
noch zwei weitere bei der Bogenbrücke im Schlosspark,
welche in nord-östlicher Richtung schauen, da von dort einst
der Abt Leipolz kam und die Burg völlig zerstöhrte.
Ein anderes Ziel hat der Bärenkopf über dem Tor zur Kernburg,
welchen man von der Brücke ab besten sehen kann.
Er dient als Denkmal für den letzen Bären, der im Vogelsberg geschossen wurde.
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